Corporate Video Blog

In mehreren Gesprächen ist uns aufgefallen, dass es durchaus viele potentielle Kunden gibt, die uns nie gefunden hätten, wären wir nicht aktiv auf sie zugegangen. Das hat uns erstaunt, weswegen wir kurzerhand eine Recherche angestoßen haben — diese hat die Kundenaussagen bestätigt. Kunden wissen nicht um die Begriffe aus der Welt, in der wir uns täglich bewegen. Deswegen möchte wir hier gerne ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten.

In vielen Gesprächen mit Kunden merken wir häufig, dass der Sektor auf dem wir arbeiten, für „undurchsichtig“ empfunden wird. Für uns einfache Begrifflichkeiten für KMU-, Corporate- oder Enterprise-Videos sind entweder nicht geläufig oder gar nicht vorhanden. Um hier unseren Interessenten ein wenig zu helfen, möchten wir auf die Thematik „Was für Video-Arten gibt es eigentlich für das Business?“ aufmerksam machen.

Bitte beachten: Diese Liste ist umfangreich, aber unvollständig. Begrifflichkeiten unterscheiden sich zwischen Produktionsfirmen.

Produkte bzw. Dienste zeigen

Sehr häufig werden angefragt: Videos die Produkte zeigen, Videos die Produkte vorstellen, Videos die Produkte bewerben oder Videos die Produkte (verständlich) erklären. Ob das jetzt Hardware, beispielsweise eine Waschmaschine, oder Software, also digital, ist, ist dabei fast egal.

Wir selbst kategorisieren die Videos dabei in zwei Teilbereiche. Dienste erklären und Dienste bewerben. Das hat schlicht den Grund, dass es einen Unterschied macht, eine Story auf deren Werblichkeit hin zu optimieren, gegenüber der Anforderung ein Video zu machen, welches erklärenden Charakter hat.

Erklären

Das pure Erklären wird häufig für Schulungszwecke eingesetzt.

Typisches Beispiel: Hersteller A hat eine Waschmaschine. Diese wird der KäuferIn mittels eines Handbuchs erklärt. Nun soll diese Dokumentation, um mehrere Lerntypen anzusprechen, um die visuelle Komponente „Video“ angereichert werden.

Der Business Touchpoint ist bei solchen erklärenden Videos also häufig nach dem Verkauf.

Der Einsatz ist also eher im Education-Bereich anzusiedeln. Diese Videos verfolgen in der Regel keinen werbenden Zweck — Käufer sollen nicht zu einem Kauf animiert werden.

Übrigens: Ob ein Video erklärend, werbend oder unterhaltend ist, ist unabhängig von der eingesetzten Darstellungsform. Auf dieses Thema gehen wir später noch genauer ein.

Typische Begriffe aus Erklärvideos mit kurzen Erklärungen:

  • Screencast: Software/App wird in der Benutzung gezeigt und aufgezeichnet.
  • Tutorial, Schritt-für-Schritt Anleitungen: Ein gewisser Workflow innerhalb eines Systems wird gezeigt. Zum Beispiel soll innerhalb der Software Word gezeigt werden, wie man Serienbriefe erstellt.
  • Support Video: Ein Mitarbeiter erstellt in besonderen Fällen eine kurze Video-Anleitung um das Problem eines Kunden zu lösen.
  • Bildschirmpräsentation: Ähnlich einer Diashow oder Slideshow werden durchlaufende Standbilder genutzt, um etwas zu erklären.
  • Explainer Video, Erklärvideo: Das typische Explainer Video ist der Bildschirmpräsentation relativ nah, jedoch werden hier die Erklärungen durch Figuren unterhaltender gestaltet und diese Videos benutzen insgesamt mehr Animationen. Animiert ist, wenn sich etwas bewegt. Eine Diashow hingegen zeigt nur starre Bilder. Ob moderne Animationen oder eine Animation mittels Figuren ist, wie schon erwähnt, abhängig von der gewählten Darstellungsform.

Der perfekte Tee

Werben

Auf der anderen Seite des Spektrums haben wir Videos, die klar einen werblichen Charakter haben sollen. Die Zuschauer und Zuschauerinnen sollen nach dem Genuss des Videos einen Impuls mitbekommen. Beispielsweise soll man sich das Produkt, die Dienstleistung, den Dienstleister oder die Webseite des Herstellers genauer ansehen oder am besten gleich etwas bestellen.

Das Unternehmen verfolgt hier also nicht die Aufklärung als Ziel, sondern durch optimiertes Storytelling soll eine Reaktion begünstigt werden. Produkte sollen überzeugen, Dienstleistungen Sinn machen, Vorteile aufgezeigt werden, usw.

Eine Erklärung wäre zum Beispiel: „Wie macht man den perfekten Tee?“. In der Werbung wäre es: „Unser Tee ist perfekt!“

Aus unserer Arbeit können wir aber sagen, dass Kunden am liebsten eine Mischform aus Werbung und Erklärung haben möchten.

„Wenn das Tutorial potentielle Kunden vom Produkt auch überzeugen würde… das wäre optimal.“

In der Praxis sieht das oft nicht besonders schön aus. Tutorials leiden dann oft darunter nicht genügend Inhalt zu haben, und damit nicht wirklichen Mehrwert für den Verbraucher. Auf der anderen Seite sind sie aber auch nicht werbend genug, um eine positive Kaufreaktion zu fördern. Eine klare Trennung ist besser.

Typische Begriffe aus Werbevideos für Firmen mit kurzen Erklärungen:

  • Imagefilm, Unternehmensfilm, Corporate Video: Bei einem Imagefilm wird das Unternehmen gezeigt. Einsatz gerne im B2B-Bereich.
  • Firmenrundgang
  • Firmenporträt
  • Produktfilm: Ein einzelnes Produkt wird in einem Video hervorgehoben – ein Werbespot sozusagen.
  • Animation, Motion Graphics: Ein inzwischen sehr grosser Bereich für Videos sind Animationen. Darunter zählt eigentlich auch das Erklärvideo. Bei dieser Darstellungsform werden Figuren, Akteure erstellt, welche beispielsweise das Produkt in der Verwendung zeigen. Diese Figuren können auch komplexere Gestalt haben, und dem Film ein sehr modernes Aussehen geben. Der Vorteil ist hier, dass die erstellten Grafiken besonders nah an das Firmendesign angelehnt werden können und gleichzeitig auch noch sehr komplexe Verhältnisse erklären können. Stellen Sie sich eine animierte Infografik als Eselsbrücke vor. Über diesen Teilbereich alleine könnten wir nochmal einen Artikel schreiben.
  • Vorstellungsvideo: Das Vorstellungsvideo ist in etwa ein Produktfilm, jedoch wollen Kunden hiermit ein neues Produkt vorstellen oder einen neuen Dienst auf dem Markt einführen.
  • Bewerbungsvideo, Rekrutierungs-Video: Sehr verwandt ist das Bewerbungsvideo, mit dem man entweder ein Produkt bewirbt oder ein Jobsuchender sich bewirbt bzw. vorstellen möchte (Rekrutierungs-Video).
  • Making of Videos: Ein Format zwischen Werbung und Erklären. Die Entstehungsgeschichte wird anschaulich gemacht und spannend erzählt.

Live

Live ergeben sich sehr viele Möglichkeiten für Firmen zu punkten. In der heutigen Welt schaffen wir Produzenten es leicht bzw. leichter, bereits kleineren Events das Aussehen zu geben, welches bisher nur sehr grossen Events vorbehalten war. Die Technik hat hier vieles möglich gemacht. Wir sind insgesamt mobiler geworden, Speichermedien kleiner und Schnittplätze schneller. Zuletzt sind natürlich die Online-Zugänge ebenfalls mobiler und schneller geworden, so dass heute schon kleine Fussball-Länder-Spiele professionell begleitet werden können. Stellen Sie sich so etwas mal für ihren eigenen firmeninternen Event vor! Für die Daheimgebliebenen ist es immer Schade die Vorträge und Präsentationen nicht mit zu bekommen. Hier könnte beispielsweise ein Podcast Abhilfe schaffen. Diesen muss man nicht nach aussen geben. Grosse Firmen fahren damit sehr gut.

Unter Live fallen häufig die gerade angesprochenen Vorträge. Das können beispielsweise besondere Bekanntgabungen seitens des Managements sein, aber auch Product Announcements zählen dazu. Firmen wie Google, Apple oder Facebook machen vor wie es geht. Apple’s Worldwide Developer Conference ist jedes Jahr ausgebucht. Facebook’s Mark Zuckerberg gibt sich auf der F8 die Ehre. Firmen möchten auf solchen Veranstaltungen dann auch gerne die aufwändig produzierten guten Werbespots ihrer neuen Produkte zeigen. So greifen die verschiedenen Formate dann ineinander.

Typische Begriffe aus Livevideos für Firmen mit kurzen Erklärungen:

  • Livestreaming: Live-Übertragung des Kongresses oder der Konferenz über das Internet. Skalierung klein bis gross möglich. Livestreaming ist also ideal zur Begleitung einer Veranstaltung oder eben der Event-Begleitung.
  • Kongress-Betreuung: Interviews vom Event aufgenommen, Aufnahmen vom Event erstellt, etc.
  • Webinar, Hangout, Videokonferenz: Diese Live Events finden meist in einem sehr viel kleinerem Rahmen statt, sind aber manchmal sehr wichtig für ein Unternehmen. Soll die daraus gewonnene Information weiter gereicht werden, empfiehlt sich entweder die Live-Übertragung oder eine Aufzeichnung mit anschliessender Weitergabe per Podcast.

Inbesondere bei Webinaren, wünschen einige Kunden diese etwas aufwändiger aufzubereiten. Manchmal um das Online Webinar aufzuwerten, manchmal um die danach stattfindende Mehrfachauswertung der kostbaren Inhalte aufzubereiten. Man kann beispielsweise darüber nachdenken, mit einer besseren Kamera und festen Kamerapositionen zu arbeiten. Einer kleinen Bühne, welche dem Webinar damit auch einen gewissen optischen Rahmen gibt. Oder aber auch einem gut ausgeleuchtetem Bild. Das sind alles sinnvolle Überlegungen und können häufig bereits für wenige tausend Euro umgesetzt werden.

Interview

Wenn Experten aus dem Nähkästchen plaudern, hören alle gespannt zu! Vor allem der Personenkreis, der im gleichem, einem ähnlichem oder sogar einem themenfremdem Sektor arbeiten. Themenfremde wollen häufig den Zugang finden und die Sprache „lernen“. Wenn ich etwa auf einem der zahlreichen Events davon erzähle, was Kunden bewegt, lerne ich immer wieder Leute kennen, die einfach „nur mal reinschnuppern wollten, um mit einem Profi in entspannter Atmosphäre zu reden“.

Das Interview hat natürlich viele Formen. Das uns bekannteste ist das Zweiergespräch mit einem Interview-Moderator (Englisch Interviewer) und seinem Interview-Partner (Englisch Interviewee). In manchen Situationen bietet es sich an diesen Experten-Talk mit zwei Interviewten und einem Moderator zu führen. Diese können entweder einheitlicher oder konträrer Meinung sein.

Unternehmen interviewen auch gerne Geschäftspartner und zufriedene Kunden. Das angestrebte Format ist dann ein Testimonial oder ein Customer Video. Sehr häufig möchte man den Social Proof nutzen, um die Glaubwürdigkeit zu bestärken. Sehr schön machen sich die Aussagen zufriedener Kunden auch in einem Werbespot. Produkt X sei gut einsetzbar, weil es auf einer Baustelle den ganzen Tag ohne externen Strom auskommt — ein Vorteil den Konkurrenzprodukte nicht bieten. Szenisch würde man den interviewten Bauarbeiter zeigen und ihn von seinen Erfahrung mit dem Umgang mit dem Produkt erzählen lassen oder das Produkt selbst zeigen.

Typische Begriffe aus Interviews für Firmen:

  • Interview oder Experten-Interview
  • Testimonial
  • Customer Video

Podcast

Den Corporate Podcast und den Enterprise Podcast möchte ich gerne separat besprechen, weil wir hiermit innerhalb dieses Artikels erstmals das Wort „Audio“ fallen lassen können. Die Nummer 1 Frage, wenn es um Podcast geht:

Ich dachte Podcast wäre nur für Audio?

Grundsätzlich mal ist das eben nicht richtig. Man kann mit einem Podcast ein Audio-Format herstellen, man muss aber nicht unbedingt. Genau genommen können innerhalb eines Podcasts die Medien auch noch gemischt vorkommen — also Audio und Video. In Gesprächen habe ich mir aber die Form angewöhnt, von „Video Channel“ und „Audio Podcast“ zu sprechen. Für die meisten macht das am meisten Sinn.

Der Podcast hat für Unternehmen aber noch mehr entscheidende Vorteile, denn man muss diesen nicht unbedingt hergeben. Er kann auch einfach nur innerhalb einer Firma existieren. Der Vorteil liegt also klar auf der Hand: keine dritte Partei bestimmt den Inhalt. Weder YouTube, noch Apple können sich einmischen, welche Inhalte über einen Podcast vertrieben werden.

Innerhalb eines Podcasts haben aber alle bisher genannten Formate Platz. Ob das jetzt Interviews, Werbespots oder Vorträge sind.

Zusammenfassung

Wie man nun gesehen hat, ist das Feld Video und Audio weitaus differenzierter als nur diese beiden Begriffe zu nennen. Es ist deutlich geworden, dass wir bei der Auftragsarbeit zwischen Werbung und Schulung unterscheiden müssen, um ein optimales Ergebnis zu liefern. Es ist aber auch deutlich geworden, welche Einsatzmöglichkeiten überhaupt existieren.

Für die Leser und Leserinnen ist folgendes wichtig:

Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, was ein Video- oder Audio-Spot bewirken soll. Die gewählte Darstellungsform (Animation, Videoaufnahme mit echten Menschen, Musik Ja/Nein, etc.) ist dann erst eine der nächsten Fragen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie den Kontakt mit uns suchen und mir von ihren individuellen Vorhaben erzählen. Das erste Gespräch ist natürlich kostenlos.

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